ChirurgieMarathon

Hervorgehoben

 

Wir haben allen Mut zusammengenommen für ein aufregendes Unternehmen.

Willkommen auf dem Weg in die Zukunft!

Am 5. November 2012 sind wir an den Ursprung zurückgekehrt. Zuffenhausen. Jetzt sind fast vier Jahre vergangen, seit wir den Neubeginn gewagt haben. Wir arbeiten immer noch fleißig. Aber wir ziehen auch Bilanz, was wir erreicht haben und wie sich die “Landschaft” um uns herum verändert hat.

Wir: Chirurg Jörg, Ehefrau und Ärztin Marianne und die getreue Mitarbeiterin Kristin.

Fast wie eine Erfrischung !

 

 

 

 

 

 

Erholung in der Hitze des Sommers !

 

Wie zugesagt, bekam die Praxis auch im ersten Quartal diesen Jahres alle “Fälle ” bezahlt. Dies wurde mit großer Erleichterung registriert. Dafür hat uns der gewaltige Ansturm der Patienten ganz schön in’s Schwitzen gebracht. Hoffentlich gelang es, bei allen Problemen einen kühlen Kopf zu behalten. Auch ohne Klimaanlage. Es wird immer schwieriger, neben all’ der überbordenden Bürokratie auch noch medizinische Fragen zu beantworten. Dabei sollte dies unsere eigentliche Arbeit sein.

Zwischenergebnis

Wir haben tatsächlich für das letzte Quartal 2017 die Pauschalen für alle Patienten bekommen. Schon ein Fortschritt ! Das heißt noch lange nicht, dass wir alle Leistungen bezahlt bekommen ! Pauschale = 27.50 Euro. Hier, lieber Herr Spahn, könnten Sie mit Ihren Reformüberlegungen ansetzen. Dann würde sich manch andere sinnlose Geld-ausgabe erübrigen und könnte in die tatsächliche Patientenversorgung fließen.

Aber geht es Ihnen überhaupt um “den Patienten” ?

Inzwischen werden Reformüberlegungen konkret: Die Ärzte sollen verpflichtet werden,  25 Stunden für die (Kassen)Patienten da zu sein. Das begrüße ich sehr, da ich dann ab Mittwoch-Mittag mein Soll erfüllt habe und die Praxis für den Rest der Woche schließen kann.

Eine Oase in Sicht ?

 

 

 

 

 

 

Die Kassenärztliche Vereinigung hat für das letzte Quartal – 4/2017 – die Fallzahl-begrenzung aufgehoben. Dies bedeutet, dass vermutlich alle Patienten, die wir behandeln, zum Budget von ca. € 27,00 bezahlt werden. Für diesen Wahnsinnsbetrag erbringen wir Leistung über drei Monate, egal welcher Aufwand. Nur Operationen werden extra bezahlt. Dafür leisten wir beste und engagierteste Medizin.                                                                  Nachdem unsere Praxis im Stuttgarter Norden allein übriggeblieben ist, strömen immer mehr Hilfesuchende herbei. Bleibt die Bemühung, dass wir auch in den kommenden Quartalen alle “Fälle” bezahlt bekommen, sonst gehen wir unweigerlich pleite ! Jetzt brauchen wir wirklich die Hilfe unserer Vertretung, damit die Oase nicht rasch austrocknet.

Die Wüste

 

 

 

 

 

 

In Zuffenhausen wird es immer einsamer…..

Anfang 2017 verabschiedete sich Herr Dr. Patzelt aus der Heilbronner Strasse,            zum Oktober schloss Herr Dr. Bittner im Freiberg seine Praxispforten, jetzt folgt                  Herr Dr. Donalies zum Ende des Jahres. Es wird einsam um die Praxis Dr. Bogler….

Der Kassenärztlichen Vereinigung bereitet dies kein Kopfzerbrechen. Sie hat sich freundlich für die Mühen bedankt, die Grundversorgung zu sichern.

Wohin führt dieser Weg ?

Kommunikation

Der 33. Kongress der DGUV in Mainz liegt hinter uns und hat uns manche erhellende Erkenntnis gebracht. Allem voran: Kommunikation sollte in der Beziehung zwischen Patient und Arzt, aber auch zwischen den Ärzten eine hervorragende Stelle einnehmen. Es gilt, sich dies immer wieder in das Gedächtnis zurückzurufen. Die Piloten, die ein Linienflugzeug führen, haben es uns vorgemacht. Nur so kann Sicherheit für alle herge-stellt werden. Kommunikation ist eine von drei Säulen – Technik, Prozeduren, Interpersonelle Kompetenzen -, die für exzellente Qualität sorgen, die Therapie gelingen lassen und bei Fehlern ermöglichen, für die Zukunft zu lernen. Strengen wir uns an !

Die Wahrheit

Nur Mut,

Herr Baas,

Sie kommen der Wahrheit schon ziemlich nahe. Wirklich krank ist das System,                   das die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger pflegen sollte.

In meinem Zimmer hängt eine Uhr: Sie läuft links herum und zeigt den Gang unseres Gesundheitswesens an – rückwärts !

Praktikantin

Vor Kurzem haben wir uns an einer sehr lieben Praktikantin (“Bogy”) erfreut. Sie will ganz hartnäckig Medizin studieren. Was sollen wir ihr empfehlen ? Sie ist gut, klug, geschickt. Mit Empathie.

Studieren – auf jeden Fall. Kein anderes Studium bietet so vielfältige Entfaltungs-möglichkeiten. Facharzt auch – die Ausbildung ist gut, wenn auch mühevoll.

Dann wartet das Ausland. Mindestens 2000 fertig ausgebildete Ärzte verlassen Deutschland jedes Jahr. Wir sind Exportweltmeister.

Rekord

Heute kam die Abrechnung der Leistungen für unsere lieben Kassenpatienten:

Von allem, was wir fleißig erarbeitet haben, bekommen wir über 10 %

nicht bezahlt !

Dies erklärt in einem Satz, warum sich kein Doktor mehr niederlassen will.

(Siehe “Sisyphos”).

Sisyphos

Man erinnere sich,

das ist der arme Kerl aus der griechischen Mythologie, der zur Strafe einen Stein einen Berg hinaufrollen musste. An der Spitze angekommen, entglitt ihm der Stein, rollte den Berg hinunter und mußte wieder hinaufbefördert werden. Immer wieder.                          Wofür werden wir bestraft ? Die Bürokraten erfinden immer neue Steine, die wir den Berg hinauf rollen müssen. Nahezu die Hälfte unserer Arbeitszeit geht für Papierkram drauf. Diese Zeit fehlt für die Betreuung der Patienten.

Und sorgt für immer mehr Frust.

Wer nachlesen will, wohin unser Gesundheitswesen steuert.

Giovanni Maio “Geschäftsmodell Gesundheit” bei Suhrkamp 2014, Reihe medizinHuman

Stress

Entschuldigung,

ich habe den Blog vernachlässigt. Das soll sich ändern.

Derzeit türmen sich die Papierberge auf dem Schreibtisch. Es ist schwierig zu entscheiden, wo anfangen, was ist am wichtigsten.

Einer ist immer am wichtigsten: Der Patient.