Praktikantin

Vor Kurzem haben wir uns an einer sehr lieben Praktikantin (“Bogy”) erfreut. Sie will ganz hartnäckig Medizin studieren. Was sollen wir ihr empfehlen ? Sie ist gut, klug, geschickt. Mit Empathie.

Studieren – auf jeden Fall. Kein anderes Studium bietet so vielfältige Entfaltungs-möglichkeiten. Facharzt auch – die Ausbildung ist gut, wenn auch mühevoll.

Dann wartet das Ausland. Mindestens 2000 fertig ausgebildete Ärzte verlassen Deutschland jedes Jahr. Wir sind Exportweltmeister.

Rekord

Heute kam die Abrechnung der Leistungen für unsere lieben Kassenpatienten:

Von allem, was wir fleißig erarbeitet haben, bekommen wir über 10 %

nicht bezahlt !

Dies erklärt in einem Satz, warum sich kein Doktor mehr niederlassen will.

(Siehe “Sisyphos”).

Sisyphos

Man erinnere sich,

das ist der arme Kerl aus der griechischen Mythologie, der zur Strafe einen Stein einen Berg hinaufrollen musste. An der Spitze angekommen, entglitt ihm der Stein, rollte den Berg hinunter und mußte wieder hinaufbefördert werden. Immer wieder.                          Wofür werden wir bestraft ? Die Bürokraten erfinden immer neue Steine, die wir den Berg hinauf rollen müssen. Nahezu die Hälfte unserer Arbeitszeit geht für Papierkram drauf. Diese Zeit fehlt für die Betreuung der Patienten.

Und sorgt für immer mehr Frust.

Wer nachlesen will, wohin unser Gesundheitswesen steuert.

Giovanni Maio “Geschäftsmodell Gesundheit” bei Suhrkamp 2014, Reihe medizinHuman

Stress

Entschuldigung,

ich habe den Blog vernachlässigt. Das soll sich ändern.

Derzeit türmen sich die Papierberge auf dem Schreibtisch. Es ist schwierig zu entscheiden, wo anfangen, was ist am wichtigsten.

Einer ist immer am wichtigsten: Der Patient.

Das Budget

800 Millionen Euro zusätzliches

Honorar…….

 

 

 

Jetzt kam die Mitteilung der

aktuellen Budgets

 

 

 

Geblieben sind knapp

25 Euro pro Patient pro Quartal,

wie bisher !

Auf ein schönes Neues Jahr – Ihr Doc Bogler !

Versorgungsstärkungsgesetz

Ein neuer Gesundheitsminister bedeutet auch neue Gesetze.

Das “Versorgungsstärkungsgesetz”

Die Versorgung mit Papier wird massiv gestärkt. Das Gesetz ist ein erneuter Versuch, Probleme mit immer mehr Reglementierung zu lösen. Ein Versuch, der wie alle vorher, mißlingen wird. Letztendlich ist das Gesetz das fortschreitende Bemühen, die Freiberuflichkeit der Ärzte einzuschränken, oder gar zu beenden.

Ich empfehle jedem, die Entwürfe zu lesen. Dann kann hinterher keiner sagen, er habe es nicht gewußt.

Hygienekommission

Inzwischen hat uns die Zufallsauswahl ereilt: Die Hygienekommission des Regierungspräsidiums hat bei uns nachgesehen, ob unsere Medizinprodukte auch regelkonform aufbereitet werden, das sind hier die Instrumente und Op-Bestecke.          Seit 25 Jahren kennen wir keine selbstfabrizierten Infektionen. Jetzt müssen wir mit viel Papier beweisen, dass wir dies auch richtig machen. Das kostet eine Unmenge Zeit und noch mehr Geld. Alles, was uns dann bei der Versorgung der Patienten fehlt.

Unser Gesundheitswesen findet auf dem Dokumentationsbogen statt.

Facharztverträge – Erste Erfahrungen

Ein Quartal mit den Facharztverträgen ist vorüber, wir machen erste Erfahrungen.

Positive – die Bürokratie und die Datentechnik halten sich in erträglichen Grenzen. Die Abrechnung der Leistungen ist im Alltag einfach und im Ergebnis klar. Das spart Zeit, die für die Patienten eingesetzt werden kann. Die Angebote der beteiligten Kassen (AOK Baden-Württemberg und BKK Bosch) für die Patienten sich umfangreich, wenn auch auf die konservative Behandlung weniger Diagnosen beschränkt. Die Angebote richten sich gezielt an Patienten mit Rücken-, Hüft- und Kniegelenksleiden, Rheuma und Osteoporose. Das letztendliche Ziel ist die Vermeidung unnötiger Operationen. Es liegt an den Patienten, die Angebote ohne Scheu und in vollem Umfang zu nutzen – sprechen Sie mir Ihrer Krankenkasse !

Negative – Mit der Teilnahme am Programm erfolgt die Einbindung in eine Datenbank, die eine sehr genaue Überwachung von Arzt und Patient zulässt. Doch das scheint niemanden zu stören.

Aussichten – Patienten, die an den Programmen teilnehmen, haben bei der Terminvergabe Vorrang. Unabhängig, welche Skurilitäten die Politik für die Organisation des Arztbesuches noch ausbrüten wird. Bleibt abzuwarten, ob sich noch andere Kassen den Programmen anschliessen werden und die Zahl der eingebundenen Diagnosen erweitert wird.

Die EDV – im Mittelpunkt

…wieder auf den neuesten Stand bringen !

Ohne die elektronischen Kästen geht nichts mehr. Zwei Tage Praxisschließung waren notwendig, um die Technik wieder auf den neuesten Stand zu bringen.Mit dem Betriebssystem wurde auch ein Teil der Hardware aktualisiert. Jetzt läuft alles wieder reibungslos und merklich schneller.

Die Abhängigkeit von der IT wird allumfassend. Nicht zuletzt die Teilnahme an den Facharztverträgen bindet in ein großes System von Datenbanken ein. Eine permantent funktionierende Verbindung ist Bedingung.

Bevor die Behandlung des Patienten überhaupt beginnen kann, klicken sich Helferin und Arzt  durch Fornulare. Vom Papier hat sich die Arbeit auf den Bildschirm verlagert. Offensichtlich glauben die Menschen, die unser Gesundheitswesen organisieren, dass sich die Probleme mit immer mehr Formularen lösen lassen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Verwaltungsarbeit raubt die Zeit, die sonst dem Patienten zu Gute käme.

Eine Änderung ist nicht in Sicht.

Alles neu – HzV und Facharztverträge

Es wird Zeit für ein Update (am 13. und 14. Februar für die EDV in der Praxis) und heute für den Blog. Die Facharztverträge sind an den Start gegangen. Patienten der AOK Baden-Württemberg und der BKK Bosch können bei Chirurgen und Orthopäden daran teilnehmen. In Fortsetzung der HzV (Hausarzt zentrierten Versorgung) können sie sich auch bei den Fachärzten einschreiben. Dies gilt derzeit für Kardiologen, Gastro-enterologen sowie Chirurgen und Orthopäden. Dabei bleibt die Wahl des jeweiligen Fachartzes frei. Und es kostet nicht extra. Dafür bieten die Kassen bei bestimmten Erkrankungen (hier: Zum Beispiel Rücken-, oder Gelenkleiden, Rheuma) spezielle Programme und zusätzliche Versorgung an. Besonderer Vorteil ist eine rasche Terminvergabe. Dies ist eigentlich in unserer Praxis nicht nötig, da Patienten mit frischen Unfällen sofort versorgt werden und alle anderen in der Regel innerhalb von drei Tagen einen Termin für die Sprechstunde bekommen.